Schmerzen - Leben, Natur, Kultur, Chronik

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Schmerzen

Mehr als ... > Ärzte-Schmerzen-Bürokratie
Ein persönlicher Zugang zum Thema Schmerz und Myositis.

Als ich im August 2012 drei Tage am Innufer verbrachte, meine Angelruten immer wieder mal auswarf und den schönen Sommer zwar ohne Fang, doch inmitten herrlicher Natur verbrachte, hatte ich keine Ahnung, dass der muskelkaterartige Schmerz in den Armen fortan mein täglicher Begleiter sein würde.
Heute (21. November anno 2018) schmerzt jeder Schritt, jede körperliche Bewegung und dennoch lebt man an sich gerne soweit.
Was verloren ging über die Jahre ist der Glaube an die Medizin und das ganze medizinisch bürokratische System. Genau dieses schickt einen nämlich in eine Endlosschleife aus Ausschlussdiagnostik ohne Schau aufs Ganze und damit verbunden erlebst du Risiken, weitere Schmerzen und bekommst laufend deine Rechnungen und Zufall oder nicht, jeder der befassten Experten ergründet sein Fachgebiet und wird es dir auch in Rechnung stellen. Mit dem Ergebnis darfst du dann selber sehen, wo du bleibst.

Natürlich will jeder Arzt deine Gesundheit, natürlich dient jede Untersuchung einem Zweck, auch wenn du als Patient oft weder sinnvoll aufgeklärt, noch informiert wirst und ohne Dr. Google verstündest du meist nicht annähernd die Hälfte dessen, was das Fachchinesich der Ärzteschaft so hergibt.

Wenn die Schmerzmittel schwerer werden, die Nebenwirkungen die Wirkungen zumindest aufwiegen oder eben wegen Nervenschäden gar keine Wirkung da ist und die nächste Rechnung auf dich wartet, ist die vage Aussicht auf eine Diagnose ein vielleicht letzter Strohhalm, an den du dich klammerst. Alleine, es bleibt vergebens, das Hoffen.

Man kann diesen muskulären Schmerz eine Zeit lang versuchen auszublenden, ihn einfach ignorieren. Man bleibt dennoch in Bewegung, auch wenn sie weh tut, diese Bewegung. Die Rechnung erhältst du stets promt oder mit Zeitverzug und sie zwingt dich sprichwörtlich in die Knie und sie wiegt schwerer mit der Zeit, denn der Kampf deiner Muskeln mit der Erkankung drückt sich ja nicht ohne Grund in höheren CK-Werten aus, die immer dann entstehen, wenn Muskeln untergehen, wie es so treffend heißt.

Wenn die Kraft weniger und weniger wird
Der Prozess begann schleichend und schmerzfrei, plötzlich konntest du den Arm beim Tischtennis nicht mehr richtig führen. Heute bist du soweit, dass du Mühe hast, ein paar Stufen zu steigen. Du konzentrierst dich darauf und trotzdem gehst du immer öfter an deine muskulären Grenzen und darüber hinaus und findest dich am Boden oder dabei, dich abzufangen.
Die Reha hat dir mehr geschadet als genützt, weil du zwar ständig leicht gefordert und immer wieder überfordert warst, aber dabei weniger Belastung hattest, als normal. Die Folgen sind dramatisch. Seit Wochen, inzwischen Monaten, kämpfst du verbissen darum, wieder die Kraft zu bekommen, die du vorher hattest. Es gibt bessere und schlechtere Tage. Manchmal sind es unbeschwerte Momente, wo die Beine tragen wie früher und die Schritte Spaß machen, aber schnell zeigt der Muskel, dass er nicht mehr mag und dich wieder mal im Stich lässt, sobald er müde wird, wenn er nicht ohnedies zuvor bereits mit stechenden Beschwerden sagt, dass der CK-Wert grade wieder am Steigen ist. Sei´s drum, wie immer die richtige Bezeichnung nun lautet. Ob Overlapsyndrom mit Rheuma oder Myositis alleine, oder tatsächlich Dermatomyositis. Und wenn sie dich wieder mal besonders kritisch betrachten, deine Ärzte, dann reden sie auch noch von Fibromyalgie. Da kann ich nicht mal mehr müde lächeln drüber. Unvergessen bleiben mir die Entspannungsübungen auf Kur, wo dich deine Schmerzflashes unsanft aus der Entspannung rissen, während die anderen entspannt da lagen. Du bist erinnert an die Pfuschereien, wie die Schwester dir die Ader durchstochen hatte bei der Blutabnahme, die sinnlosen schmerzhaften Katheter, bevor sie die Untersuchen letztendlich abbrachen und die elenden Kolikschmerzen, als dir die hilflose Turnusärztin dabei zusah, wie dir die Sprache wegblieb nach dem Pet-Scan. Wie hieß das bei Verona, "hier werden sie geholfen" im wirklichen Leben wird ihnen nicht geholfen. Man schaut ihnen dabei zu, wenn sie nicht alleine bleiben, was wahrscheinlicher ist.
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