Zehen ins Gras! Reinbeißen in den Apfel! Kühe auf der Weide! Schwalben im Stall! - Landwirtschaft, Leben, Natur & Kultur, Chronik & Zeitgeschichte, out of salzburg, Moosdorf

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Zehen ins Gras! Reinbeißen in den Apfel! Kühe auf der Weide! Schwalben im Stall!

Natur

"Die Welt ist was Gemachtes" benennt es Dota in einem Lied "und Du machst Deine tägliche Kopie".
Das Glück des Einen kann die Hölle des anderen sein. Ich denke manchmal daran, was Karl Heinz Böhm vor einigen Jahren über Afrika und die Situation dort sagte. Dass man vor Jahren dort helfen hätte müssen, den Menschen Perspektiven und auch Märkte geben und Stabilität und Sicherheit. Die Zustände in Afrika, sie wurden gemacht, sie sind das Ergebnis von Geschichte, die Europa mit Kolonialisierung, Ausbeutung und Unterdrückung mitgeschrieben hat. Der unregulierte Markt, die Gier nach Gold und Geld. Der Sklavenhandel, der share holder value der Konzerne heute, die ihre Interessen vertreten, um Profite zu machen. All das interessiert nicht und wird nicht gesehen, wenn Hundertschaften von Schiffbrüchigen der heutigen Zeit an der Strasse und im Flüchtlingslager stehen.

Als das eigene Leben noch jung war, gab es diese Sprüche übers Autofahren & Benzin sparen:   "gleiten statt hetzen", als Gegenbewegung hetzt die Gleiter, hetzt die Hetzer, ausgehetzt! Die GTi-Treffen gibt es bis heute. Hetzer auch und ihre Saat gedeiht prächtig & kann Zeugnis ablegen über die zunehmende Unversöhnlichkeit der Menschen gegenüber allem, was sie scheinbar bedroht. Das Fremde an sich, die Armut & die Kosten des Autofahrens. Längst ist man automäßig in die Mittelklasse aufgestiegen, hat sich mit Fleiß etwas erarbeitet und jetzt scheint vieles bedroht durch Wirtschaftskrise & Unsicherheit und eine Politik, die viele Reiche reicher macht. Wie gut, dass die Bewahrer des Guten und Echten uns vor alldem beschützen. Mit sehr einfachen Antworten auf einfache Fragen, täte Gerhard Polt sagen. Mit einfachen Schuldzuweisungen und politischen Parolen, die einfahren. Was Helmut Schleich als Franz Josef Strauss im br-Fernsehen dazu zu sagen hatte, bringt es auf den Punkt und lässt einen doch etwas ernüchtert zurück: BR 30.7.2015 Georg Schramm dürfte zugeschaut haben!  Unter anderem über a Mass Bier am Oktoberfest, Pestalozzi & Co .... "Wohltätigkeit ist das Ersäufen des Rechts im Mistloch der Gnade". (...) "Mia san mia, das ist das Pfeiffen im Wald damit man das Fürchten nicht merkt".

Gemachte Natur in der Kulturlandschaft. Die Natur, die Schöne, Reine, hat ja bei vielen frei von Menschen zu sein! Erst dann wäre sie schön. Wir haben schon immer seit es uns gibt, die Erde gestaltet, verändert und tun es jeden Tag aufs Neue. Die Welt will ernährt sein, der Klimawandel kommt vielleicht dabei heraus und mancher kratzt sich hinterm Ohr und denkt, vielleicht ist doch etwas dran an der Veränderung, wenn die Extreme häufiger werden. In einer schnellen digitalen Zeit gerät auch vieles ins Hintertreffen, wird gar nicht mehr gesehen. Hier ein paar Beispiele, wie ich finde, passende:
Alte Obstsorten, das ist ein Geschmackserlebnis der besonderen art. Wo sie 2016 nicht erfroren sind, gedeihen die Äpfel prächtig. Aufgefallen ist mir, dass alte Sorten bei Schlechtwetter die Blütezeit verlängern können. Ist es warm und schön, blühen sie ab wie moderne Sorten auch. In einem Jahr wie heuer zieht sich diese Blütensaison über drei Wochen oder länger. Demnächst beschreibe ich hier einen Apfel, der diese Merkmale zeigt. Sorte noch unbekannt. Lagerfähig und säuerlich, gewiss ein sehr "alter" Fund!
Golden noble oder Gelber Edelapfel, gefunden 1820 in einem Vorgarten in England. Ein ausgezeichneter Speiseapfel mit wenig Zucker, eignet sich sehr gut zum Dörren und ist auch für Diabetiker geeignet. Der Baum selbst ist vital und langlebig. Edelreiser sind bei Interesse bei mir zu beziehen.


Naturgewalten:ein normaler Sturm knickt Walnussbäume nur, wenn diese nicht mehr gesund sind. Natur bedeutet Wandel und ist ein Werden und Vergehen.

"Leben heisst Brücken schlagen, über Ströme, die vergehn" Konstantin Wecker.

Landwirtschaft heute & morgen
Moderne, rationelle Bodenbearbeitung, das ist beim Gewicht der heutigen Geräte eine Herausforderung.
Starkregen & kurze Erntefenster gibt es häufig auch 2016. Die Unberechenbarkeit der Natur bilden den Rahmen für die heutige & künftige Landwirtschaft. Die Notwendigkeit, produktiv effizient und billig mit wenigen Arbeitskräften hochwertige Nahrungsmittel zu erzeugen, ist Konsumenten nicht immer einfach zu erklären. Das Geld für Internet & Smartphone wird viellecht doch beim Essen eingespart?
Auf der Strecke bleibt häufig der Boden, wie hier bei Maria Schmolln. Eine Wiese in Hanglage.

Eine Chance haben unsere Bauern dann, wenn ihre Produkte auch gekauft werden. Wer glaubt, eine Landwirtschaft mit billiger industieller Produktion ernährt die Welt, der irrt. Wenn die Bauern schlecht oder gar nicht mehr verdienen, hören sie irgendwann auf. Ein früherer Bauer in Afrika, der heute im Slum oder einem Lager sitzt, fängt nicht wieder an, Bauer zu sein. Und für die Agro-Industrie ist das alles nur Investment. Ohne Rendite steht der Laden, mit Rendite kann der Indigene schauen, wo er bleibt. Und bei uns geht der Trend zum billigen Fremdarbeiter auf dem gewachsenen Zukunftsbetrieb!

Billiger Honig aus EU- und nicht-EU-ländern ist überall zu kaufen. Qualitätshonig aus Österreich ist dagegen zunehmend Mangelware. Optisch und geschmacklich ist der Unterschied oft nicht zu sehen. Bei Rückständen im Produkt, bei der Gesundheit der Konsumenten und am Ende auch bei den Arbeitsplätzen gibt es einen Unterschied. Wer alte Fotos betrachtet, findet das Innviertel aus fast steirische Streuobstanlage mit Obstbäumen um die Höfe und Dörfer. Wo sind sie hin, die Mostbirnen. Ersetzt durch Brauereien! Soll in Land & Stadt Arbeitsplatz und Lebensraum erhalten bleiben, macht die Kaufentscheidung und der eigene Garten den Unterschied aus. Dass dies nicht nur eine Frage des Preises ist, zeigen viele Beispiele namhafter Direktvermarkter.

Eine gute Entwicklung für übermorgen braucht regionale Erzeuger, die europaweit Bedingungen für eine ehrliche, bäuerliche Landwirtschaft vorfinden. Sie braucht aber auch Solidarität & Verantwortung im Umgang mit Boden & Energie. Das schließt die südamerikanischen Felder ein, auf denen in Europa gefüttertes Kraftfutter wächst.

Agrarische Bildung muss den Anspruch haben, junge Leute auf diese Aufgaben bestmöglich vorzubereiten. Das sollte auch zum new deal für Österreich gehören!

 
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