Alois Daxl - Landwirtschaft, Leben, Natur & Kultur, Chronik & Zeitgeschichte, out of salzburg, Moosdorf

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Alois Daxl

Personen

Alois Daxl war Pfarrer in Moosdorf.

Nach dem zweiten Weltkrieg gründete er den Bienenzüchterverein Moosdorf. Als Wanderlehrer für Bienen war er mit seinem Motorrad viel unterwegs und zuvor als "Bauernpfarrer" in Waldzell angeblich ein fortschrittlicher Landwirt.


Soweit man das weiß, brachte ihn seine seelsorgerische Tätigkeit ins KZ, was die lokale Zeitgeschichte gerne verschweigt.


In der Tradition  von Pfarrer Kneipp befasste er sich mit der Gesundheit der Menschen und schrieb das Buch "Wie bleibe ich gesund?"

32 Seiten im A5-Format Verlag Karl Gruber, Linz an der Donau.

Das Buch liest sich über weite Strecken hochinteressant. Es beschäftigt sich mit den wichtigsten Erkrankungen der Menschen und damit, sie mit Naturheilmitteln, Kneippmedizin & darin eingeschlossen guter Lebensführung zu verhindern.
Sein Werk "Der Honig" ist leider auch im Archiv des Oberösterreichischen Imkereiverbandes nicht mehr auffindbar, eine Abschrift findet sich im unteren Teil der Seite hier.


Eine Gedenktafel in der Pfarrkirche erinnert an ihn, der laut Pfarrer Ferdinand Oberndorfer sehr gerne und oft auch zum Thema Bienen gepredigt hat.

"Alois Daxl, Pfarrer in Waldzell, (geboren 1879 in Frankenburg, gestorben 1969 in Mattighofen), wurde am 7. April 1940 in Waldzell verhaftet, zu zweieinhalb Jahren Kerker verurteilt (in der Strafanstalt Garsten abgesessen), am 7. Jänner 1943 wieder „abgeholt“ und vom 13.Februar 1943 bis 5. April 1945 im KZ Dachau interniert." Quelle Kurt Arrer

Der Honig - ein vergessener Schatz
Neu überarbeitet von Geistl. Rat Pfarrer Alois   D a x l   in Moosdorf, Oberösterreich

Wenn ich, ein Laie in den medizinischen Wissenschaften, als Lobredner des Honigs auftrete, so möge man dies erklärlich finden aus folgenden Gründen:
1. Es ist mir immer aufgefallen, dass in der ganzen Hl. Schrift sonst kein einziges Nahrungsmittel empfohlen wird als nur der Honig. "Iss Honig, mein Sohn, denn er ist gesund." (Spr. 24. 13) Es muss etwas ganz Besonderes um ihn sein.
2. Auch meine Erfahrung hat mich zu einer außergewöhnlichen Hochschätzung des Honigs geführt. Ich war als Kind immer ein Schwächling und Bleichgesicht zum Ärger meiner Eltern. Als ich aber anfing, Honig zu essen, wurde ich immer gesünder.
Einmal noch kam ich vor 44 Jahren in schwerste Lebensgefahr. Ich hatte Blinddarmentzündung und wurde erst 14 Tage nach Durchbruch zur Operation geschickt. Niemand wagte mehr, für mein Leben zu hoffen. Und doch überstand ich diese Gefahr. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich dies nach Gott nur dem Honig verdanke. Er hat mein Herz so stark und mein Blut so gesund erhalten, dass ich diese schwere Vergiftung überwinden konnte. Ich nenne daher den Honig meinen Lebensretter und erfülle nur eine Pflicht der Dankbarkeit, wenn ich über ihn schreibe.
3. Ist der Honig nicht das schmackhafteste Nachungsmittel, das es gibt? Warum fliegen denn die Kinder und Leute, die noch einen unverdorbenen Magen haben, so darauf? Offenbar deshalb, weil er unserer Natur sehr zuträglich ist. Der Schöpfer will uns dadurch zum Genusse desselben anlocken.
4. Ein Freund von mir ist Arzt. Einmal fragte ich ihn, ob er auf der Universität einmal Vorlesungen über Honig gehört habe. "Niemals", gab er zur Antwort. Es ist seitdem sicher weit besser geworden, weil heute schon viele Ärzte Honig empfehlen. Aber ganz selten habe ich in Schriften, die für das Volk geschrieben sind, von Ärzten verfasste Aufsätze über die Heilwirkung des Honigs gelesen. Wenn es die Fachleute nicht tun, muss man es uns Laien erlauben.


Was ist Honig?


Honig ist ein reines Naturprodukt. Seine Fabrik ist der Bienenstock; die Arbeiter sind die Bienen; das Rohmaterial sammeln sie von den Blüten der Felder und Wiesen sowie von den Bäumen der Obstgärten und der Wälder. Am Boden vieler Blüten sammelt sich ein süßer Extrakt, Nektar genannt; sein lieblicher Geruch lockt die Bienen an, sie schlüpfen in die Blüte hineine und saugen sich damit voll. Schon während des Heimtragens mischen sie aus ihren Speicheldrüsen allerhand "Fermente" dazu; aus dem Rohrzucker wird Frucht- und Traubenzucker, der von den Verdauungsorganen des Menschen sofort aufgenommen wird. Dieses Produkt wird dann in den ganz sauberen Waben abgelagert, das überschüssige Wasser ausgeschieden; Wenn der Honig reif ist, wird er mit einem Deckel verschlossen. Und jetzt kommt der Mensch und beschlagnahmt die Frucht der Bienenarbeit, nimmt die vollen, schweren Rähmchen heraus und schleudert sie; gibt aber dafür den Bienen ein manchmal sogar bekömmlicheres Winterfutter.
Die Gelehrten haben gefunden, dass Honig aus etwa 79 Prozent Zucker, und zwar aus 42 Prozent Trauben-, 35 Prozent Frucht- und zwei Prozent Rohrzucker besteht. Das übrige sind Wasser un Spuren von Eisen, Phosphor, Kalium, Kalcium, Magnesium usw. Nektar bildet sich besonders an sonnigen, feuchtwarmen Tagen.
"Im Honig liegt in ... halbflüssiger Lösung chemisch gebundene Sonnenkraft vor." (Dr. med. Koch.) Ein Forscher will sogar Strahlung von Radium nachgewiesen haben.


Honig ist ein Nahrungsmittel,

aber das am leichtesten verdauliche, weil es schon von den Bienen vorverdaut wird und ohne neue Arbeit sofort ins Blut übergeht.


Honig gibt Kraft

"Honig dient dem Körper als Kraftquelle" (Bötldoktor). Wenn ich früher eine längere Radtour vor mir hatte, pflegte ich zuvor ein Stück Schwarzbrot mit Butter und Honig zu essen; dann spürte ich lange keinen Hunger und keine Müdigkeit.
"Man trinke einmal nach einer recht anstrengenden Tour, wenn man todmüde ist, einen halben Liter Honigwasser. Im Nu ist förmlich alle Müdigkeit verschwunden." (Sklenar.)
Eine Bäuerin erzählte mir: "Voriges Jahr wurde ich bei der Arbeit so müde, dass ich kaum mehr stehen konnte. Heuer esse ich täglich etwas Honig und fühle keine Müdigkeit mehr. Ich weiß keine andere Erklärung dafür!"
"Am besten bekommt der Honig, wenn er gemeinsam mit anderer Nahrung gegessen wird." (Dr. Koch.)


Honig schafft gutes Blut

Ich konnte oft beobachten, dass Imker und Honigesser bis ins hohe Alter geistig und körperlich frisch und gesund waren, obwohl sie nie einen Aderlass an sich vornehmen ließen.
Wieder andere kannte ich, die während alle um sie an Grippe krank lagen, nicht angesteckt wurden. Ich kann mir dies nicht anders erklären als dadurch, dass ihr Blut durch den Honiggenuss rein war. dieses reine Blut hat so viel Abwehrkräfte, dass eine Krankheit nicht aukommen kann.


Honig und das Herz

Das Herz ist der Motor im ganzen Betrieb des menschlichen Körpers; niemals, nicht einmal im Schlaf, kann es rasten. Man soll es daher nicht unnötig beanspruchen. Leider wird seine Kraft oft frühzeitig erschöpft. Jeder unmäßige Genuss im Zuvielessen, Rauchen, Trinken (Alkohol), im übertriebenen Sport, in sittlichen Verfehlungen schädigt es schwer. Honig hingegen stärkt es. "Nach Honiggenuss wird der Pulsschlag kräftiger." "Honig ist das Idealmittel, das man vor größeren Anstrengungen nehmen soll." (Doktor Koch.) Honiggenuss behebt daher schnell jede Müdigkeit.
Ich hatte einen guten Freund. Einmal klagte er mir, dass er manschmal starke Herzbeschwerden habe und seine Berufsarbeiten nicht mehr machen könne. Ich sagte ihm: "Sollst halt das Rauchen aufgeben und täglich etwas Honig essen; dann wirst du gesund sein." Nach Wochen begegneten wir uns wieder. Voll Freude ruft er mir zu: "Du, ich bin jetzt viel gesünder, weil ich deinem Rate folgte." Und seine Gesundheit hält auch jetzt noch an.


Honig und der Magen

Honig übt auf die Schleimhäute des Magens eine günstigste Wirkung aus. Wer hat dies nicht schon erfahren, dass er Unbehagen im Magen spürte, welches nach Genuss von Schafgarben- und Kamillentee oder Malzkaffee mit Honig aufhörte?
Ein alter Pfarrer erzählte, er habe einmal wegen Magenschmerzen den Arzt aufsuchen müssen. Befund: Magengeschwüre. Sofort operieren! Dann habe ihm jemand geraten, fleißig Topfenspeisen zu genießen mit Honig als Zusatz. Und dann sei er ohne Operation gesund geworden. Heute ist er weit über 80 Jahre alt. Nur wenige Leute bekommen vom Honig Magenschmerzen. Diese dürfen ihn nicht roh, sondern in einem Kräutertee oder Malzkaffee zu sich nehmen.
Nach Vergiftungen durch Speisen ist es geraten, Honig zu essen, bis der Arzt kommt. Honig jagt das Gift aus dem Magen.


Honig und die Nerven

Wer ist heute nicht nervös oder bildet sich ein, es zu sein! Nur Honigesser nehme ich aus, wenn sie ein halbwegs naturgetreues Leben führen, rechtzeitig schlafen gehen und das kalte Wasser nicht allzusehr fürchten. "Die im Honig enthaltene Phosphorsäure stärkt die Nerven, beruhigt und hilft daher auch, dass der Kranke Schlaf findet." (Dr. Zaiß.)


Honig und die Kinder

"Wegen seiner leichten Verdaulichkeit ist der Genuss von echtem Honig namentlich für Kinder, Greise und Magenkranke angezeigt." (Doktor Moritz.)
"Ihre körperliche Entwicklung ist eine gleichmäßig gute. Die Zahnung erfolgt leichter, sie kommen früher auf die Beine, werden nicht so leicht krank. Im Honig schlummert eine anregende, aufbauende, blutreinigende und schützende Kraft. Säuglichnge sollen etwas Hoig auf die Flasche bekommen." (Dr. Philipp.) Anmerkung Dies gilt NICHT MEHR. Kinder unter 12 MONATEN sollten KEINEN HONIG bekommen, Franz W. Rachitis (englische Krankheit) wird sie nicht befallen.
Wäre nicht ein Glas Honig das nützlicste Geschenk für Kinder am Geburts- und Namenstage oder unter dem Christbaum?

Kinder schlecken so gerne "Zuckerl". Sie haben ein Bedürnis nach Zucker. Aber diese Zuckerl vom Krämer sind dem Kinde sehr schädlich. Der "Bötldoktor" sagt: "Der weiße Raffinadezucker ist eine reine "Sacharide", d.h. alle Vitamine und Nährsalze, die in der Zuckerrübe enthalten waren, wurden durch die Raffinade vollkommen zerstört. Dieser weiße Zucker ist sehr schwer veraulich, bleibt lange im Magen und Darm liegen, er kommt darin in Gärung und versäuert das Blut. Au reißt er den kalk, den er zur Verdauung braucht, vom Körper an sich; das Blut wird kalkarm und kann die Zähne nicht mehr mit Kalk versorgen. Daher haben solche Kinder regelmäßig schlechte Zähne; da der Magen verdorben wird, haben sie keinen Appetit zum Essen, werden bleich und kränklich. Eltern! Sucht den Kindern dies abzugewöhnen. Aber wie? Indem ihr ihnen den nötigen Zucker in naturechter Form gebt. Sagt ihnen: Esst, oder kauft euch statt der Zuckerl süße Birnen oder Äpfel, Trauben oder Feigen oder gebt ihnen Honig auf Schwarzbrot. Honig ist reich an Nährsalzben, da werden sie gesund werden und blühend aussehen.

Honig und die Frauen

Viele von ihnen leiden schwerz zur Zeit der Wechseljahre. Es ist meine Überzeugung, dass sie diese Jahre viel besser überstehen würden, wenn sie leichte Kaltwasseranwendungen machen und täglich etwas Honig genießen möchten.
Hoffende und stillende mütter sollten täglich etwas Honig essen, damit die Kinder gutes Blut bekommen. Im Wochenbett werden sie durch Honig schnell wieder zur Kraft kommen.

Honig und die alten Leute


"Diesen hilft er wieder auf die Beine." (Kneipp.) Der 90jährige Pythagoras schreib sein hohes Alter nur dem Honig zu. Ich kannte eine 80jährige Frau, die noch jeden Tag im Garten arbeitete und ihre volle Gesundheit nur dem Honig zuschrieb. Alte Leute klagten of über Schwindel, hohen Blutdruck, Herzbeschwerden, eingenommenen Kopf - lauter Anzeichen von Adernverkalkung. Tee von Thymian oder Salbei oder Löwenzahn oder Brennessel mit Honig bessern diesen Zustand. Rechtzeitig zu Bette gehen und Honiggenuss lassen ihn nicht aufkommen. Alle alten Leute, die sich nicht mehr erwärmen können, brauchen Honig zur Erzeugung von Wärme.

Honig als Heilmittel

Alle Kräuter haben Heilkraft, der Honig ist der Extrakt davon, muss also auch heilkräftig sein. Wie wirkt er?

Honig und Fieber

"Bei allen fieberhaften Erkrankungen hat sich der Honig bestens bewährt. Das Krankheitsbild kann isch blitzartig ändern. Honiglösungen in heißer Milch oder Tee sind ein altes Volksmittel gegen Grippe und Entzündungen der Luftwege. Bei eitriger Entzündung des Nierenbeckens und er Blase lassen sich die Krankheitserscheinungen durch große Honigmengen günstig beeinflussen: der Harn wird klar und verliert den üblen Geruch." (Doktor Koch.)

Honig und Rheumatismus

Arme Rheumatiker! Viele unschldig wegen ihres Berufes, viele selbst schuld durch viel Fleisch- und Biergenuss, wenig Abhärtung, wenig Vorsicht gegen Verkühlungen usw. Die Ursache des Rheumaschmerzes ist die Harnsäure, die sich an Muskeln und Gliedern ablagert. "Honig wirkt lösend und läuternd" (Kneipp) und scheidet die Harnsäure aus. "Die heiße Zitronenlimonade mit Honig am Morgen nüchtern durch mehrere Tage getrunken, reinigt das Blut, frischt die Säfte auf und vertreibt Gichtschmerzen und Rheumatismus." (Bötldoktor.)
Neben Honig sind Überwärmungsbäder nach Schlenz das beste Mittel, Rheumatismus schnell loszuwerden.

Der Honig und die Zuckerkrankheit

Die Zuckerkrankheit ist eine Folge unserer Zivilisation. Die Naturvölker kennen sie nicht. Wer viel und gut isst, dabei wenig körperlich arbeitet und viel sitzt, kann sie bekommen. Noch leichter, wer gerne bis Mitternacht und darüber zecht und viel raucht. Jedenfalls ist die Bauchspeicheldrüse nicht in Orndung; sie sondert nicht richtig ab, sodasss derZucker nicht verarbeitet werden kann und durch den Urin abgeht. Die Folge ist viel Durst und große Müdigkeit.
Darf ein Zuckerkranker Honig essen?
Dr. Koch sagt in seinem Schriftchen über den Honig: Es hat schon Fälle gegeben, dass nach Genuss von Honig der Blutzucker des Zuckerkrankne genunken ist; er getraut sich aber nicht, dieses Ergebnis zu verallgemeinern. Er gibt den Rat, dies dem Arzte zu überlassen, ob ein solcher Patient Honig essen darf oder nicht. Der Arzt wird - wenn er die zuckerverwertenden Wirkstoffe des Hongs kennt - nicht von vornherein ablenen, sondern den Blutzucker vor und nach Genuss des Hoigs untersuchen und je nach Ergebnis die richtigen Anweisungen erteilen (S. 34, 35).

Einige Anweisungen zum Gebrauch des Honigs

"Bei Blutarmut und Bleichsucht, bei Schwäche der Verdauungsorgane sind durch Honig schon unzähligen Heilungen erfolgt." (Pf. Künzle.)

"Kleine Magengeschwüre soll er rasch zusammenziehen." (Kneipp.)

Wer an Verstopfung leidet, esse kein Weißbrot, sondern nur Schwarzbrot mit Honig. "Sennesblättertee mit Honig führt schmerzlos ab und schmeckt gut." (Doktor Philipp.) Honig ist ein sanftes Abführmittel. (Dr. Koch.)

Honig wirkt auch antiseptisch. "Krankheitskeime, Bazillen, Darmschmarotzer werden durch Honig vernichtet." (Bötldoktor.)

Heute ist es zur Mode geworden, dei eitrigen Mandeln herauszuschneiden. Ich wollte mir das niemals tun lassen, weil ich glaube, dass sie nicht unnütz sind. Ich bin der Meinung, einem Honigesser werden sie nicht eitrig, weil der Honig sie desinfiziert.

Übrigens glaube ich, dass man durch Überwärmungsbäder und Honigessen den Körper von allen Giften reinigt, sodass auch die Mandeln wieder frei von Eiter werden.

Wenn ansteckende Krankheiten Diphterie, Scharlach usw. umgehen, gib deinen Kindern Honig oder Honiglimonade, damit sie davon verschont bleiben.

Bei Magenkatarrh: "Lass hungern und nimm alle Stunden ein bis zwei Esslöffel voll Wermuttee mit Honig. Kommt der Appetit, dann iss nur Haferflockensuppe oder Grießbrei." (Dr. Philipp.) "Honig leidet kein Gift im Magen." (Kneipp.) Daher bei Vergiftungen durch Speisen, bis der Arzt kommt, schnell eine Portion Honig geben!

Fiebernden ist Honiglimonade die beste Erfrischung.

Honig erhält die Zähne gesund im Gegensatz zu dem zähnemordenden Zucker und meldet kranke Zähne.

Bei Schlaflosigkeit; Nimm am Abend eine Stunde vor dem Schlafengehen einen Esslöffel voll Honig entweder roh oder in Wasser gelöst.

Gegen Soor (Schwämmchen) der Säuglinge; "Löse einen Teelöffel voll Honig in einem Teelöffel voll warmem (nicht heißem) Wasser und bepinsle mit einem weichen Pinsel die befallenen Mundschleimhäute acht bis zehnmal im Tage, bis der soor verschwunden ist." (Dr. Philipp.)

Bei Erkrankung der Luftwege, Katarrhe des Rachens, der Bronchien, bei Erkältung, Heiserkeit ist Honig ein wunderbares, lösendes Linderungsmitel, z.B. Lindenblütentee mit Honig, dieser ist auch ein gutes Gurgelwasser. "15 Gramm Thymian in einem halben Liter siedendem Wasser langsam einkochen auf ein Viertelliter Wsser und zum Schluss zehn Dekagramm Honig dazugeben, ist ein gutes Keuchhustenmittel." (Bötldoktor.)

"Geriebener Meerrettich (Kren) mit Honig gemischt, ist ein wahres Labsal für Asthmatiker." (Dr. Walser.)
"Es gibt kein besseres Wundbehandlungsmittel als reinen Honig." Verunreinigte Wunden werden schnell ganz rein.
"Bei Schnittwunden lege man ein mit Honig bestrichenes leinenes Läppchen um."
"Bei Gesichts- und Kopfrose bestreiche man den Rand der krankhaften Stelle mit Honig. Die Rose wird in seltenen Fällen darüber hinausgreifen."
"Brandwunden, die man sofort mit Honig bestreicht, bilden keine Blasen und heilen in kurzer Zeit." (Bötldoktor.) Auch der Schmerz ist kaum mehr fühlbar.

Furunkel (Blutgeschwüre) bringt man zum Reifen, indem man Honig, mit Mehl vermengt, auf Leinwand aufträgt, als Salbe auflegt und dann alles warm einbindet.

Geradezu zur Verzweiflung treiben können Rurunkel im Gehörgang. Honig nimmt den unerträglichen Schmerz und bringt das Geschwür zur Heilung.

Echten Schleuderhonig gibt es beim Imker oder bei den Verkaufsstellen der Imkerorganisationen. An der Farbe des Honigs stoße sich niemand:
Akazien- und Hederichhonig ist wasserhell bis gelblich, Lindenhonig etwas grünlich, Honig von Himbeeren ist blutrot, von Brombeeren und Tannen dunkel bis schwarz.

Im Wasserbad (40 bis 45 Grad Celsius) wird er Honig, wnn er kandiert war, wieder ganz flüssig. Bei höherer Erwärmung leidet er aber sehr Schaden und verliert das Aroma, die ätherischen Öle und die wertvollen Wirkstoffe.

Alle dies guten Eigenschaften hat nur der kalt gewonnene Schleuderhonig.

Ich behaupte nicht, dass Honigesser überhaupt nicht krank werden.

Einmal kam zu mir ein Pensionist, um Honig zu kaufen. "Wissen S´", sagte er, "ich leide an Asthma; dagegen hilft er ja, nicht wahr?" Da ich wußte, dass er ein Freund von Alkohol und NIkotin sei, wagte ich die Mahnung, sich vielleicht auch in dieser Beziehung etwas Mäßigung aufzuerlegen. Da meinte er: "Das geht nicht. Aber ich möchte haben, dass der Honig die Schäden, die diese Gifte anrichten, wieder ausbessere!" Köstlich! Was? Aber so wie dieser Mann leben nicht wenige. Sie möchten schon gesund bleiben und lange leben, aber doch frischfröhlich auf die Gesundheit sündigen, die einen indem sie viel und gut essen, dabei wenig Bewegung machen, ja keine anstrengende Arbeit verrichten, bei schlechtem Wetter ja nicht ins Freie gehen, aber täglich bis Mitternacht zechen und rauchen, viel Fleisch, aber wenig Gemüse und Obst essen, das kalte Wasser fürchten - nein, solche Leute kann auch der Honig nicht gesund erhalten.

Wer aber ein naturgetreues, mäßiges Leben führt, täglich seine Arbeit verrichtet oder sonst auch bei schlechtem Wetter seinen Spaziergang macht, rechtzeitig zu Bett geht, sich auch vor nervenerregenden Leidenschaften freihält und dabei täglich etwas Honig genießt, dem verspreche ich Gesundheit und körperliche und geistige Frische bis ins hohe Alter.

Honig in der Tiermedizin

Honig findet auch in der Tiermedizin vielfach Verwendung. In Wels existierte einmal eine Apotheke, deren Präparate weit verbreitet waren; aber das wußten wenige, dass zu dieser Apotheke alle Jahre das Fuhrwerk eines Bauern kam, der einen ganzen Wagen voll Honig brachte zur Bereitung dieser Mittel.
Ein Bauer erzählt: In seiner Gegend sei die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen; da habe er seinen Kühen einen Honigkuchen, das heißt Honig und Roggenmehl zu gleichen Teilen angemacht, ins Maul gestrichen. Der Honig übte seine desinfizierende Kraft aus und seine Kühe allein blieben vor der Seuche bewahrt.
Wenn die Pferde die sogenannte "Kehl" (Drüse) haben, die bekannte Halsentzündung, dann ist es ratsam, den Hals an der Kehle mit warmen Heublumen einzubinden und Honig und Roggenmehl verrührt in das Maul zu streichen. Bei Entzündung des Euters ist es gut, ein Eidotter mit einem großen Löffel von Honig gut vermischt so lange auf das entzündete Euter aufzulegen, bis die Heilung erfolgt ist.

Sonderdruck aus "Der oberösterreichische Imker - Nov. 1959

 
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