Muskelbiopsie - Leben, Natur, Kultur, Chronik

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Muskelbiopsie

Mehr als ... > Ärzte-Schmerzen-Bürokratie
OP-Standard bei der Muskelbiopsie am Uniklinikum 2016

1. Das Kreuz an der zu operierenden Extremitität fehlt, du kommst erst gar nicht in den OP. Bei der Vorbesprecheung wurde es vergessen. Der Arzt wird geholt und muss auf dem Bein sein Kreuzerl machen.
2. Du darfst in den OP und auf den OP-Tisch, als Ersatz für ein im OP-Raum nicht vorhandenes Lagerungskissen verlangt der Operateur den Kopfpolster deines Krankenbettes am OP-Tisch. Er wird ihm auch gebracht. Schon vor dem Klinikbesuch hast du auf akute Hautprobleme (per E-Mail untermauert mit Fotos) hingewiesen.
3. Der Arzt verzichtet auf das Rasieren der Operationsstelle und macht eine Lokalbetäubung mittels Spritze, es wird etwas gewartet.
4. Du spürst den Schnitt deutlich schmerzhaft an deinem rechten Oberschenkel und sagst "au". Der Operateur sagt nichts.
5. Der Operateur verlangt Zangen zum Spreitzen der Wunde. Es sind keine da. Eine Schwester wird losgeschickt, welche zu holen. Als die Schwester nach Minuten zurückkehrt sagt sie sinngemäß: "es sind nur Große da". Deine blutgefüllte Wunde wird gespreitzt!
6. Der Arzt schneidet jetzt an deinem Muskel, was sich unangenehm ziehend anfühlt, dir wird schlecht, was du mitteilst. Der Operateur sagt "Atmen"
7. Du teilst mit, dass bei der letzten Hautbiopsie in Salzburg dein Hautstanz in Formalin eingelegt wurde und nicht auswertbar war. (Probe ließ sich weder färben noch schneiden steht im Befund).
8. Der Operateur verlangt nach der Kochsalzlösung, man teilt ihm mit, dass man diese entsorgt habe.
Der Operateur sagt: "ich brauche sofort Kochsalzlösung"
9. Die Wunde wird genäht, du spürst jeden Stich, sagst auch "au". Der Operateur regiert auch diesmal nicht darauf.

10. Vorbesprochen mit dem rennomierten Leiter der Abteilung war eine Biopsie des Bizeps, gemacht wurde nach Vorbesprechung am Tag vor der OP jedoch eine am Oberschenkel, aufgrund einer Entscheidung der Ärzte, wie man dir mitteilt. Das Ergebnis ist leider nicht aussagekräftig. Die Wunde verheilt problemlos und ist inzwischen kaum noch als Narbe zu erkennen.

Im Jahr davor warst du in die weit entfernte Uniklinik in den Bergen gereist, um den anerkanntesten Experten aufzusuchen. Er teilt dir mit, dass vermutlich eine Schmerzverarbeitungsstörung vorliegt, bietet jedoch auch die Möglichkeit einer Muskelbiopsie an, die du ein Jahr später tatsächlich machen lassen wirst.

Später stellt sich heraus, dass ein Immuno-Blot auf zum Beispiel PM-Scl 100 nicht gemacht wurde, weil die Blots bereits in Salzburg gemacht wurden. Wie sich zeigen sollte, allerdings nicht dieser Blot, der gerade einmal 47 € kostet.

Im ersten Halbjahr 2018 wird der besagte Blot auf meine Privatrechnung auch bei deiner Mutter gemacht und ist auch bei ihr ebenso positiv. Die Vorstellung Anfang Mai im Krankenhaus zeigt identische EMG-Ergebnisse wie deine. Die Nachentlatungen dauern bis zu vier Sekunden. Es soll ja Patienten geben, denen man seit Jahrzehnten sagt, sie haben nichts!

Der Primarius der Neurologie wird später in seinem Befund festhalten, dass dein PM Scl-100 vermutlich falsch positiv sei. Jener der Mutter ist mit rechtsseitiger Herzschwäche und Lungenhochdruck freilich schlüssig. Was kümmert´s den Primarius? Wenig, der erkundigt sich dafür nach der Höhe des Titers. Die Zusammenschau der positiven Ergebnisse kümmert ihn nicht.

Meine behandelnde Neurologin ist weiterhin der Meinung, dass eine zweite Muskelbiopsie gemacht werden sollte. Der Zustand des Betroffenen verschlechtert sich derweil weiter.



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