Alm & Sommer - Leben, Natur, Kultur, Chronik

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Alm & Sommer

Natur
Schranbachalm, Eggeralm, Pichlalm im Pinzgau
Vor den Gipfel hat der Herrgott den Aufstieg gestellt. Steil aufwärts geht es, wer bei Sonne den schattigen Wald als Schirm hat, wird sich freuen! Man steigt vorbei an allerlei Schwammerln und Heidelbeeren im August. Der kleine Timo aus dem Nachbarland kennt zwar den großen Boll nicht, freut sich aber über die Feder eines Bussards, die ich am Weg fand, steckt sie sich ans Kapperl und wandert mit seinen Eltern wacker den Berg herunter, den er zuvor mit dem Hochmaislift erklommen hatte - das macht auch den Kindern Spaß! Plötzlich steht da ein Apfelbaum voller kleiner Äpfel am Wegesrand und der kleine Mann staunt!
Es ist doch ein gutes Stück zum Gehen vom Parkplatz in Hintermoos oberhalb der Talstation Richtung Lettenalm. Wenn man den Weg weiß, kann man auch zur Schranbachalm abbiegen. Von dort ging´s quer hinüber zur Sameralm oder noch weiter hinüber auf die Eggeralm. Die Wege und Hütten liegen allesamt unterhalb des bekannten Hundstein. Die zweieinhalb Stunden Fußweg hinauf waren für mich zuviel, so besuchte ich lieber die Sehnsuchtsorte der Kindheit. Das Almhütterl der Großeltern steht immer noch. Stille, bezaubernde Orte mit echten Menschen aus dem Pinzgau, wie den Eggerleuten, die einen mit einer kräftigen und guten Brotzeit versorgen können und auch sonst weiterhelfen, wenn die jungen Radler mit E-Bike einen Weg nach Maria Alm suchen zum Beispiel. Am Berg ist man immer gut beraten, auf der sicheren Seite zu bleiben und mit schnellen Wetterwechseln oder anderen Unwägbarkeiten zur rechnen. Gar keine Freude hat der Almbauer mit dem Wolf, der Unruhe bei den Tieren verursacht und sogar meine Hauswirtin in Gastein machte sich Sorgen, wenn sie wieder einmal entlegene Orte am Berg aufsuchen will, wie es die Menschen halt so gerne tun! So hat jede Zeit ihre Not und manche Probleme lassen sich bei diesem Ausblick einfach schnell vergessen!
Kathi und Lois sind die Eggerbauersleute, die als Altbauern im Sommer die Alm bewirtschaften und auch noch Kühe melken. Dafür hat man sogar einen Melkstand auf der Almhütte und liefert die Milch an die Molkerei!

Rechts im Bild das Bauernhaus der Familie Fersterer, vulgo "Eggerbauer". Die Eggeralm ist recht romantisch gelegen und rund eine Stunde Gehweg von Hintermoos aus recht einfach erreichbar.
Während auf der Schranbachalm (Bild ganz oben) Mutterkühe den Almsommer verbringen, werden hier eben die Kühe gemolken. Das Jungvieh ist wiederum auf einer weiter oben gelegenen Alm zu finden.

Die Mutterkühe ließ ich in Ruhe, den großen Stein über der Hütte suchte ich darum nicht auf. Eine der Kühe hatte sich da oben hingelegt und wenn es einen Ausdruck für Tierwohl gibt, hier ist das Foto (über mir). Die Steilheit ist kein fake, die ist so!

Die Tiere suchen bei Hitze den Schatten vom Waldrand oder holen sich an der Futterraufe noch ein Maul voll Bergheu! Der Almsommer 2018 ist auch im Pinzgau sonnig und viel trockener als sonst, aber die Hitze, sie kam erst langsam herauf über die Hänge und die Täler sorgen dafür, dass die Luft sich über Nacht deutlich abkühlt, ganz anders als in der Ebene.


Pichlalm. Vom Filzensattel-Scheitelpunkt geht man entweder den mäandernden Forstweg entlang oder direkt über die Wiese, auf die man über einen Zaunstieg gelangt, bergan eine schöne Strecke dahin, bis man den flachen und teils moorigen Wegbereich überquert, der mit Holzplanken ausgelegt ist. Es geht streckenweise aber auch über  wildes Wurzelwerk und scheinbar schon ewig begangene Hohlwege, ideal für Familien mit Kindern. Nach einer letzten steileren Passage steht sie plötzlich vor einem, die malerisch gelegene Pichlalm mit ihrer Sonnenterrasse! Ein Weg, der unbedingt lohnt! Ich machte noch ein Foto mit Alois Rainer (siehe unten), einem Cousin meiner Mutter und ließ es mir in der Hütte gut gehen, derweil an jenem Sonntag fleißige junge Leute allerlei frische Buttermilch und leckere Jausen auftischten!
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